Stolpersteine erinnern an Opfer des Nazi-Terrors!

DSC_0026
Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung der Stolpersteine | © Hartl

Insgesamt 17 Stolpersteine erinnern ab sofort an vier verschiedenen Orten in der Schwandorfer Innenstadt an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft.

Von Johannes Hartl

Nachdem sich der Schwandorfer Stadtrat bereits im vergangenen Jahr auf eine Initiative des ÖDP-Politikers Wolfgang Meischner hin einstimmig für die Verlegung von Stolpersteinen ausgesprochen hat, war es nun endlich so weit: Am Mittwoch verlegte der Künstler Gunter Demnig an vier Orten in der Innenstadt insgesamt 17 Stolpersteine. Begleitet wurde die Aktion von einer offiziellen Gedenkstunde, die in der Friedrich-Ebert-Straße abgehalten wurde.

Oberbürgermeister Helmut Hey (SPD) betonte in seiner Rede die Bedeutung von Grundrechten und sprach sich für ein friedliches und tolerantes Miteinander aus. Die Geschichte müsse eine Mahnung sein und dürfe sich niemals wiederholen, sagte Hey. Zudem rief er zur „gegenseitigen Achtung“ auf und wünschte sich eine „Zukunft in Frieden“.

Künstler Günter Demnig, der die Idee entwickelt hat und heute in allen Teilen der Welt unterwegs ist, erläuterte anschließend seine Beweggründe. Sowohl für ihn als auch für viele Schüler sei die Zahl der von den Nazis ermordeten Personen eine „abstrakte Größe“, so Demnig. Doch mit jedem Stolperstein komme der Mensch wieder zurück ins Bewusstsein und die Grausamkeit des nationalsozialistischen Regimes werde anhand eines persönlichen Schicksals deutlich. „Ich habe gemerkt: das ist ein ganz anderer Geschichtsunterricht als mit Büchern!“ Das Wirken der Stolpersteine beschrieb der Künstler schließlich mit den Worten, die ihm einst ein Schüler gesagt hat: „Hier stolpert man mit dem Kopf und mit dem Herzen.“

Während Demnig anschließend in der Friedrich-Ebert-Straße 13 die ersten Stolpersteine verlegte, verlasen die Schülerinnen der Mädchenrealschule St.-Josef die Geschichten der jüdischen Mitbürger, denen mit dem jeweiligen Stein ein Denkmal gesetzt worden ist. Anschließend wurde die Gedenkstunde nach den Gebeten des katholischen Pfarrers Hans Amann, des evangelischen Stadtpfarrers Milton Jandrey und des Imam Hakif Sekmen sowie einem abschließenden Statement von Oberbürgermeister Helmut Hey offiziell für beendet beendet.

Demnig verlegte danach aber noch die Stolpersteine in der Friedrich-Ebert-Straße 12, der Dr.-Martin-Luther-Straße 2 und der Höflinger Straße 2. Damit ist Schwandorf – dank des Antrags von Wolfang Meischner und der intensiven Recherchen zum jüdischen Leben in Schwandorf von Studiendirektor Erich Zweck – die dritte Stadt in der Oberpfalz mit Stolpersteinen.

Zuerst erschienen: http://www.wochenblatt.de/schwandorf

Advertisements

2 Gedanken zu “Stolpersteine erinnern an Opfer des Nazi-Terrors!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s