"Undercover unter Nazis": Film über Neonazi-Konzerte stimmte Berufsschüler nachdenklich

peter ohlendorf
Regisseur und Autor Peter Ohlendorf diskutierte mit den Schülern

Kürzlich zeigte das Berufliche Schulzentrum Oskar-von-Miller insgesamt 66 Minuten des Films „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“, für den der Journalist Thomas Kuban jahrelang verdeckt in der rechtsextremen Musikszene recherchiert hat.

Von Johannes Hartl

Zurückgegangen war die Aktion auf ein Angebot der „Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus“ (LKS), die die Veranstaltung gemeinsam mit dem Kreisjugendamt Schwandorf finanziert hat. „Dieses Angebot wurde uns natürlich auch deshalb gemacht, weil an unserer Schule immer viel zur Thematik Rechtsextremismus gemacht wird“, berichtet Lehrer Günter Kohl im Gespräch mit Schwandorf gegen Neonazis.

Kohl engagiert sich seit Jahren gegen Neonazis in Schwandorf und ist beispielsweise im „Schwandorfer Bündnis gegen Rechtsextremismus“ aktiv. Außerdem arbeitet der Lehrer auch pädagogisch zu dem Thema und versucht regelmäßig, seine Schüler auf die Gefahren des Neonazismus aufmerksam zu machen.

Genau das geschah auch am vergangenen Montag, als in Anwesenheit von Regisseur und Autor Peter Ohlendorf „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ gezeigt wurde. Der Film begleitet Thomas Kuban zurück an die Orte, an denen er mehrere Jahre getarnt als Rechtsextremist Neonazi-Konzerte gefilmt hat – und zeigt die schockierenden Aufnahmen, die er dort angefertigt hat.

Damit die Schüler aber nicht völlig ahnungslos an den Film herantreten mussten, habe er die Jugendlichen in den Klassen zuvor darauf vorbereitet, berichtet Kohl. Im Anschluss an die Vorführung gab es die Möglichkeit zu einer Diskussion mit Peter Ohlendorf, der sich für die Fragen der Schüler zur Verfügung gestellt hat.

Im Verlauf der „regen Diskussion“ seien viele „kluge Fragen“ gestellt werden, sagt Günter Kohl. Unter anderem hätten die Schüler Fragen nach der Gefährlichkeit der Aufnahmen gehabt oder wollten wissen, wie der Umgang mit dem Filmmaterial war und wieso es bisweilen derart schwer war, die Aufnahmen bei Medien unterzubringen.

Zudem wurde Bezug zum NSU genommen, die lokale Neonazi-Szene um ihre Führungsfigur thematisiert und das Thema Rechtsextremismus als „großes Problem“ herausgestellt. Weiterhin wurden die Rolle der Zivilgesellschaft und der Polizei beleuchtet und deutlich gemacht, dass „man die Demokratie selbst in die Hand nehmen muss und sie jeden Tag aufs neue verteidigen muss“, so Ohlendorf gegenüber Schwandorf gegen Neonazis.

Insbesondere bei Schulveranstaltungen seien solche Schwerpunkte nämlich wichtig, ergänzt der Autor und fügt hinzu: „Ich habe am Ende der Diskussion den Eindruck gehabt, dass die Botschaft, die wir vermitteln wollten, schon angekommen ist.“

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