Sachstandsbericht zur geplanten Verlegung von Stolpersteinen in Schwandorf

Stolperstein ©TimoMüller
Ein Stolperstein in Coburg // © Timo Müller

Wie weit sind die Recherchen und Bemühungen rund um die geplante Verlegung von Stolpersteinen zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Diktatur in Schwandorf mittlerweile gekommen? Über den derzeitigen „Sachstand“ wurde der Schwandorfer Stadtrat in seiner Hauptausschusssitzung vom 26. März jetzt informiert.

Von Johannes Hartl

Nachdem der Stadtrat in seiner Hauptausschusssitzung vom 17. Oktober 2011 die Verlegung von Stolpersteinen zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Diktatur einstimmig angenommen hatte, befasste sich der Studiendirektor Erich Zweck in Kooperation mit dem Schwandorfer Stadtarchiv sogleich mit der eingehenden Recherche zum Thema. Die daraus resultierenden Erkenntnisse wurden am Montag schließlich dem Stadtrat vorgestellt.

Insgesamt, so das Ergebnis der „sehr umfangreichen“ Nachforschungen, sind bislang 20 Personen jüdischen Glaubens bekannt, die nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 in der Stadt wohnhaft waren und dort Opfer der Nazis wurden. Rund 6 Häuser, in denen Personen jüdischen Glaubens gelebt haben und vor die Stolpersteine verlegt werden müssten, sind aktuell ausgemacht – davon haben vier Hausbesitzer auch bereits ihr Einverständnis erklärt, wie am Montag mitgeteilt wurde. Demnach müssen derzeit 16 Stolpersteine in der Schwandorfer Innenstadt verlegt werden.

Oberbürgermeister Helmut Hey (SPD) stellte klar, dass es bei der Aktion darauf „ankommt, dass Gedenken an die Opfer sichtbar zu machen“. Ehe der Stadtrat von dem „Sachstandsbericht“ einstimmig Kenntnis nahm, dankte Franz Schindler, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, noch Studiendirektor Zweck für seine Arbeit, Wolfang Meischner von der ÖDP für die Anregung der Idee damals bei einer Bürgerversammlung, und natürlich auch den vier „Hauseigentümern“, die dem Projekt zugestimmt haben.

Über weitere Entwicklungen zum Thema wird Sie Schwandorf gegen Neonazis natürlich aktuell auf dem laufenden halten!

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Ein Gedanke zu “Sachstandsbericht zur geplanten Verlegung von Stolpersteinen in Schwandorf

  1. Juergen Czwienk schreibt:

    Es besteht auch die Möglichkeit von „akustischen Stolpersteinen“ als Alternative zur traditionellen Verlegegung, die nicht immmer erlaubt wird. Infos unter
    „Akustischer Stolperstein Grünbaum“. Wir hatten im Sommer 2011 ein öffentliches Gedenken in Frankfurt Liebigstraße 26, da die Stolpersteine der Grünbaums in Wiesbaden verlegt waren. Ein feierliches Gedenken war allerdings gewünscht.

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