Im Gespräch: Sebastian Roloff über die Proteste gegen Neonazi-Großaufmärsche in Dresden

Oberpfalz-SPD bei Protesten gegen Neonazis in Dresden (Privat)
Sebastian Roloff (hier rechts im Bild) hat uns von der gestrigen Demonstration gegen Rechte Umtriebe in Dresden erzählt // © Privat

Schwandorf gegen Neonazis hat mit Sebastian Roloff, dem Vorsitzenden des Jusos-Bezirks Oberpfalz, über die Teilnahme der Oberpfalz-SPD an den Protesten gegen Neonazis in Dresden und die sogenannte „sächsische Demokratie“ gesprochen.

Von Johannes Hartl

Schwandorf gegen Neonazis: Hallo Sebastian, auch Ihr habt euch gestern an den Protesten gegen die alljährlichen Neonazi-Aufmärsche in Dresden und die sogenannte „sächsische Demokratie“ beteiligt. Was hat euch dazu bewogen?

Sebastian Roloff: Wir haben uns auch in den letzten Jahren an den Gegendemonstrationen und Blockaden der Nazi-Aufmärsche in Dresden beteiligt, weil es ein wichtiges Signal ist, einen Aufmarsch, bei dem die Nazis bundes- und europaweit mobilisieren und bei dem die Dresdner Opfer instrumentalisiert werden, gewaltfrei nicht zuzulassen.

Schwandorf gegen Neonazis: Wie war denn am heutigen Samstag die Stimmung bei den engagierten Neonazi-Gegner, gab es irgendwelche Zwischenfälle und sind trotz des abgesagten Großaufmarsches noch Neonazis aufgetaucht?

Sebastian Roloff: Ich habe keine Nazis gesehen, was der beste Beweis, dass die Strategie von Dresden Nazifrei die letzten Jahre aufgegangen ist. Zwischenfälle sind mir zumindest nicht bekannt und daher war die Stimmung gut. Ein friedlicher, bunter Zug durch Dresden für Demokratie und Toleranz ist ein freudiges Ereignis. Außerdem wars nicht so kalt wie letztes Jahr.

Schwandorf gegen Neonazis: Für wie wichtig hieltst du es, trotz des abgesagten Neonazi-Großaufmarsches, gegen Rechtsextremisten in Dresden Gesicht zu zeigen?

Sebastian Roloff: Gerade dieses Mal war es wichtig, um zu zeigen, dass Dresden Nazifrei erfolgreich war.

Schwandorf gegen Neonazis: Und wie bewertest du das Signal, dass ihr damit ausgesendet habt?

Sebastian Roloff: Gerade gut. Das Bündnis ist auch präsent und in der Lage viele Tausend Leute zu mobilisieren, wenn es weniger akut ist ein Zeichen zu setzen.

Schwandorf gegen Neonazis: Was wünscht du dir in Zukunft für Dresden? Sowohl im Bezug auf die Aufmärsche der Neonazis als auch in Bezug auf die sogenannte „sächsische Demokratie“.

Sebastian Roloff: Ich wünsche mir, dass die Nazis auch in Zukunft die Dresdner Kriegsopfer nicht mehr für ihre Zwecke instrumentalisieren und es in Zukunft mangels Erfolgsaussicht unterlassen, große Aufmärsche zu versuchen. Die Kriminalisierung legitimer Aktionen von zivilem Ungehorsam und Zivilcourage sollte endlich aufhören.

Schwandorf gegen Neonazis: Und nun zur letzten Frage: Wollt ihr Euer Engagement gegen Rechtsextremismus auch zukünftig im Regierungsbezirk fortführen? Und wenn ja, habt ihr schon irgendwelche Pläne?

Sebastian Roloff: Wir werden weiterhin Informationsveranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus durchführen und auch bei Demos und Veranstaltungen in der Oberpfalz präsent sein.

Schwandorf gegen Neonazis: Vielen Dank für das Interview!

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