Anlässlich des geplanten Truppenabzugs: Antiamerikanische Hetze auf lokalen Nazi-Seiten

Neonazis - Antiamerikanische Hetze - Screenshot 1
Zwei Hetzartikel gegen amerikanische Soldaten erschienen auf der lokalen Neonazi-Seite // © Screenshot

Kürzlich wurde bekannt, dass auch der Standort Grafenwöhr von dem geplanten Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland betroffen sein wird. Lokale Neonazis versuchen nun im Internet daraus Kapital zu schlagen und hetzten in den vergangenen Tagen gegen die in der Region stationierten amerikanischen Truppen.

Von Johannes Hartl

Anlässlich des geplanten Abzugs amerikanischer Soldaten aus Deutschland, starteten die Neonazis im Internet eine massive Hetze gegen die Angehörigen der US-Armee, die auch in der nördlichen Oberpfalz stationiert sind. Insgesamt zwei Texte veröffentlichte die lokale Neonazi-Kameradschaft „Widerstand Schwandorf“, die sich mit dem geplanten Abzug der Soldaten befassten. Bereits die Titel der beiden Artikel strotzen dabei vor Verachtung gegenüber den Armeeangehörigen. So titelten die Rechten am 26.01.2012 „Oberpfalz: Goodbye GI’s!“ und nur wenige Zeit später, am 01.02.2012, „Ami Go Home – 8000 US-Besatzer ziehen aus Grafenwöhr ab“.

In den Texten selbst nimmt die Hetze dann sogar noch drastischere Ausmaße an. Unter anderem schreiben die Neonazis von „terroristischen US-Völkerrechtsbrechern“ oder behaupten, dass in Grafenwöhr „Völkermord geplant und trainiert“ werden würde. Weiterhin heißt es im Hinblick auf die möglichen Arbeitsplatzverluste durch den Weggang der US-Armee auf den Neonazi-Seiten, dass nur der „nationale Sozialismus“ den „Weg aus den Fängen des globalen und menschenverachtenden Kapitalismus“ weiße.

Doch welche Strategie verbirgt sich hinter dieser simpel gestrickten Rechten Hetze? Allen voran versuchen die Neonazis damit natürlich auf Stimmenfang bei gewöhnlichen Bürgern zu gehen, die womöglich durch drohende Arbeitsplatzverluste verunsichert sind und nicht wissen, wie es um ihre Zukunft bestellt ist. Sehr deutlich zeigt sich das vor allem darin, dass das mögliche Arbeitsmarktprobleme, die sich ergeben könnten, immer wieder thematisiert werden.

Ob die Rechten mit ihren Parolen am Ende bei den Bürgern Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Es kann jedoch eher davon ausgegangen werden, dass dies nicht der Fall sein wird. Aus mehreren Gründen: zum einen durchschauen die meisten die Hetze sehr schnell und zum anderen preisen die Neonazis den „nationalen Sozialismus“ zwar großspurig als Lösung an, scheinen selbst aber keine tatsächlichen Lösungsvorschläge anbringen zu können. Dadurch entlarven sie ihr simple gestricktes Weltbild sehr schnell ganz von selbst.

Betrieben wird die rechtsextreme Internetseite „Widerstand Schwandorf“ übrigens von Daniel Weigl, der zugleich Bezirksvorsitzender der NPD-Oberpfalz und Inhaber des in Wackersdorf ansässigen rechten Internetversandhandels „Final-Resistance“ ist.

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