Pfreimd: Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus in der Pauluskirche

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In Pfreimd gedacht man der Opfer des Nationalsozialismus // © Hartl

Ein bewegender Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus fand am Freitag in der Pfreimder Pauluskirche statt. Anlässlich des internationalen Gedenktags hatten Mitglieder des Pfreimder Bündnis gegen Rechts einen Gottesdienst gestaltet und in die evangelische Kirche geladen.

Von Johannes Hartl

Die katholische und die evangelische Kirche in Pfreimd veranstalteten am Freitagabend in der evangelischen Pauluskirche einen gemeinsamen Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus.

Zu Beginn des Gottesdienstes richteten die beiden anwesenden Geistlichen, Pfarrer Werner Hermann von der evangelischen Pfarrgemeinde und Pfarrer Xavier Parambi von der katholischen Pfarrgemeinde, ihre Grußworte an die Teilnehmer des Gottesdienstes. Zugleich stellte Pfarrer Parambi bei der Begrüßung im Hinblick auf den internationalen Gedenktag klar: „Wir können im heutigen Gottesdienst nicht darüber Schweigen!“

Für die Gestaltung der Gedenkveranstaltung zeichnete sich Mitglieder des Pfreimder Bündnis gegen Rechts verantwortlich. Dem Bündnis gehören die katholische und die evangelische Kirchengemeinde, die Stadt Pfreimd, die Landgraf-Ulrich-Schule und die Pfreimder Jugendfeuerwehr an. Auch die Parteien CSU, FWG, ÖDP und SPD sowie die Organisationen ver.di und DGB sind Mitglieder in dem Zusammenschluss gegen Rechts.

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Pfarrer Parambi bei einer Lesung // © Hartl

Im Verlaufe des Gottesdienstes wurden Lesungen gehalten, Gebete gesprochen, Lieder gesungen und zum Ende hin die schreckliche Geschichte der Deportation der Juden durch den Beschluss auf der Wannsee-Konferenz wiedergegeben. Eine Referentin erzählte zum Beispiel, dass auch gehobene Bildungsschichten nicht von Rassismus, Antisemitismus und anderen menschenfeindlichen Einstellungen gefeit sind. So hätten 10 der 15 Teilnehmer der Wannsee-Konferenz eine akademische Ausbildung vorweisen können, 8 von ihnen hätten gar promoviert.

Durch die intensive und eindringliche Schilderung bekamen die Zuhörer die Geschichte der Wannsee-Konferenz und ihre schrecklichen Folgen nähergebracht. Bei der Wannsee-Konferenz, die am 20. Januar 1942 stattfand, wurde die „organisatorische Durchführung der Entscheidung, die Juden Europas in den Osten zu deportieren und zu ermorden“ beschlossen, wie auf der offiziellen Internetseite des „Hauses der Wannsee-Konferenz“ nachzulesen ist.

Nachdem das Glaubensbekenntnis gesprochen worden war, endete der Gottesdienst in Pfreimd, der würdevoll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnerte.

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© Hartl

Neben der Veranstaltung in Pfreimd fand auch in Weiden eine Gedenkveranstaltung am Elly-Heuss-Gymnasiums mit anschließender Kranzniederlegung an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg statt. Daran nahmen unter anderem die Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Dr. Josef Schuster vom Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Karl Freller von der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und der Sprecher der Überlebenden des KZs Flossenbürg, Dr. Jack Terry, teil.

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