Bundespräsident Wulff bezieht deutlich Stellung gegen Rassismus und Fremdenhass

Schreibtisch (C) Jesco Denzel
© Jesco Denzel / Pressefoto

In seiner Weihnachtsansprache bezog Bundespräsident Christian Wulff (CDU) deutlich Stellung gegen Rassismus und rief dazu auf, „gemeinsam an einer offenen Gesellschaft zu arbeiten“.

Von Johannes Hartl

Die Worte, die Bundespräsident Christian Wulff in seiner Weihnachtsansprache wählte, waren an Deutlichkeit kaum zu überbieten.

„Wir können gar nicht früh genug begreifen, wie dumm und schädlich Ausgrenzung oder gedankenlose Vorurteile sind“, so der Bundespräsident in seiner Rede. Weiterhin stellte er klar: „Offenheit für Fremde und Fremdes fängt ganz im Kleinen an – und vor allen Dingen bei den Kleinen“. Dies würde bereits im Alltag anfangen, wie er erklärte. „Es hängt auch von mir selbst ab, welches geistige Klima in meiner eigenen Firma, in meiner religiösen Gemeinde, in meinem Stadtteil oder in meinem Verein herrscht.“

„Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Land einzustehen.“ Zudem machte Wulff deutlich: „In unserem Land gibt es aber keinen Platz für Fremdendhass, Gewalt und politisch motivierten Extremismus“.

Sein Aufruf war dann ebenso klar wie erfreulich: „Lassen Sie uns gemeinsam an einer offenen Gesellschaft arbeiten. Eine offene Gesellschaft stellt sich auch ihrer Verantwortung für das Wohl der Menschen in anderen Teilen der Welt.“

Morde der Zwickauer Terrorzelle sind ebenfalls Thema

Auch die Morde der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle bezog er mit in seinen Vortrag ein. „Alle müssen in unserem Land in Sicherheit leben können. Das gilt für jede und für jeden. Umso stärker hat uns alle schockiert, dass rassistisch verblendete Verbrecher über viele Jahre Menschen ausländischer Herkunft geplant ermordet haben. Das haben wir nie für möglich gehalten“, so Wulff weiter.

Er erzählte außerdem davon, dass er die Hinterbliebenen der Opfer der Rechtsterroristen getroffen habe und diese Unterhaltungen ihn „tief bewegt“ hätten. Deshalb sagte er: „Wir schulden den Angehörigen und Freunden der Ermordeten und den Verletzten Mitgefühl und Respekt.“

Des Weiteren forderte er eine „lückenlose Aufklärung dieser Verbrechen und die unnachsichtige Verfolgung der Täter und ihrer gewissenlosen Unterstützter.“ Kritik an den den Ermittlungsbehörden – insbesondere an den Landesämtern für Verfassungsschutz – äußerte der Bundespräsident jedoch nicht.

Rede gegen Fremdenhass stieß auf Zuspruch

Insgesamt schien die Rede von Bundespräsident Wulff auf Zuspruch gestoßen zu sein. So sagte Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, gegenüber Handelsblatt Online: „Diese Haltung und die Stimme für das, was uns alle gemeinsam doch einen muss, brauchen wir heute auch dringender denn je.“ Dass Wulff sich so ausführlich mit dem Thema befasst hat, bezeichnete er darüber hinaus als „absolut wichtig und richtig“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s