Gedenkstunde: Erinnerung an den 17. Dezember 1988

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© Daniela Härtl/wochenblatt.de

Der 17. Dezember 1988 ist wohl der schwärzeste Tag in der Schwandorfer Stadtgeschichte der Nachkriegszeit. Bei einem Brandanschlag auf das Habermeier-Haus starben drei türkische Mitbürger und ein 47-Jähriger Schwandorfer. Der damals 19-jährige Rechtsextremist Josef Saller hatte das Feuer gelegt.

Von Ursula Hildebrand, Schwandorfer Wochenblatt

Es war eine eiskalte Dezembernacht, als Saller das Feuer legte, um „Ausländer zu ärgern“. Osman Can (49), dessen Ehefrau Fatma (43) und Sohn Mehmet (11) sowie der Schwandorfer Jürgen Hübener (47) verloren in dieser Dezembernacht ihr Leben. Sechs weitere Hausbewohner konnten sich zum Teil schwer verletzt erst in letzter Minute aus dem Gebäude retten. Das Haus selbst brannte bis auf die Grundmauern nieder. „Den Lebenden zur bleibenden Mahnung“, das steht heute auf einer Gedenktafel, die an dem wieder aufgebauten Haus angebracht ist. Die Namen der Opfer erinnern an die schreckliche Brandnacht.

„Die verbrecherische Tat darf nicht vergessen werden – wir alle sind aufgerufen, Intoleranz und Gewalt abzulehnen, alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein und in allen gesellschaftlichen Bereichen mit Entschlossenheit jeder Diffamierung und jedem Angriff auf Minderheiten entgegenzutreten und sich zu jeder Zeit für die Achtung der Menschenwürde einzusetzen“, so Schwandorfs Oberbürgermeister Helmut Hey. Lebendige Zeichen seien nötig, um sich gegen jede Form der Gewalt zu stellen. „Wer mit nationalistischen und rassistischen Vorurteilen versucht, ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger auszugrenzen, wer sich über Grenzen und Toleranz, Moral und sittliche Werte hinwegsetzt, kann und darf nicht mit stillschweigendem Einverständnis rechnen.“

Im Jahr 2009 hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, jedes Jahr in einer Gedenkstunde an die Opfer des Brandanschlages zu erinnern und ein „Bekenntnis für eine offene Gesellschaft, Integration und die Grundwerte der Demokratie abzulegen“. In diesem Jahr findet die Gedenkfeier am Samstag, 17. Dezember, um 10.30 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in der Bahnhofstraße statt.

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