Bayern-SPD will "Freies Netz Süd" verbieten lassen

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Angesichts der aktuellen Diskussion um ein mögliches NPD-Verbot im Zusammenhang mit den jetzt bekannt gewordenen Morden von rechtsextremen Terroristen fordert die Generalsekretärin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, ein Verbot der Gruppierung „Freies Netz Süd“.

Vom Schwandorfer Wochenblatt

„Ein Verbot der NPD ist bekanntlich rechtlich an hohe Hürden gebunden. Viel leichter ließe sich aber das `Freie Netz Süd´ verbieten. Das ist nicht nur juristisch schneller umsetzbar, sondern wäre auch ein klarer Schritt gegen den Rechtsextremismus in Bayern. Deshalb fordere ich Innenminister Herrmann auf, entsprechende Maßnahmen einzuleiten“, so Kohnen am Donnerstag, 17. November.

Das „Freie Netz Süd“ ist eine überregionale Vernetzung von ursprünglich NPD-kritischen Neonazis und Kameradschaften, deren führende Aktivisten ursprünglich aus der NPD und der JN kommen und teilweise vorher schon Karrieren in anderen rechtsextremistischen Gruppen wie der inzwischen verbotenen „Fränkischen Aktionsfront“ hinter sich haben. Die „Fränkische Aktionsfront“ wurde 2004 durch den damaligen Innenminister Beckstein verboten. Zu den Hauptakteuren im „Freien Netz Süd“ zählen nach Angaben der Bayern-SPD Matthias Fischer (Fürth, saß bis vor wenigen Tagen im Gefängnis), Tony Gentsch (Töpen/Hof, sitzt derzeit im Gefängnis), Robin Siener (Cham, Regensburg), Lutz Passon (Niedermirsberg/Ebermannstadt), Norman Kempken (Nürnberg) und Norman Bordin (München). Zum „Freien Netz Süd“ gehören zahlreiche Organisationen und kameradschaften, unter anderem auch der „Widerstand Schwandorf“ und der „Widerstand Regensburg“.

Das hohe Gewaltpotenzial dieses Netzwerkes sei auch im April 2010 deutlich geworden, als ein aus dem „Freien Netz Süd“ stammender Rechtsextremist in Nürnberg einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund fast tot geprügelt hat, so Kohnen. Das „Freie Netz Süd“ pflege intensive Kontakte zur faschistischen Joppik-Gruppe in Ungarn, zu Südtiroler Nazis sowie zu tschechischen Faschisten, und hat auch vor einigen Wochen auf seiner Internetseite zur Teilnahme bei den pogromartigen Ausschreitungen in einigen Städten Tschechiens gegen Sinti und Roma mobilisiert.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter http://www.endstation-rechts-bayern.de.

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