Schwandorfer Neonazis wollen weiterhin aktiv bleiben

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Wie die neonazistische Kameradschaftsseite „Widerstand Schwandorf“ kürzlich bekannt gab, will die rechtsextreme Szene im Landkreis weiter öffentliche Aktionen durchführen, Infostände veranstalten und anderweitig aktiv bleiben. Fraglich ist jedoch, ob dieses Versprechen in die Tat umgesetzt werden kann, denn die lokale Szene gilt längst als erheblich geschwächt und kaum mehr existent.

Von Johannes Hartl

Unter dem Titel „Frischer Wind im Lkr. Schwandorf“ berichtete die von Daniel Weigl verwaltete Internetseite kürzlich über die Zusammenkunft von mehreren Rechtsextremisten aus der Umgebung. Angeblich sollen sich Mitglieder der NPD-Cham/Schwandorf, freie Nationalisten aus der Region und „etliche neugewonnene Interessenten und Sympathisanten“ eingefunden haben, um über zukünftige Strategien zu debattieren.

Im Laufe der Veranstaltung soll Daniel Weigl, Vorsitzender der NPD-Cham/Schwandorf, auf vergangene Aktionen zurückgeblickt und sich positiv über die „große Beteiligung an dem Treffen“ geäußert haben. Zudem wurde beschlossen, den „Versagerparteien die Stirn zu bieten [ ] und volksaufklärende Arbeit am Bürger zu leisten“ und „[ ] zukünftig regelmäßige Treffen sowie Veranstaltung in der Region abzuhalten“. Doch das soll längst nicht alles gewesen sein, denn auch „Infostände, Flugblattverteilungen und das aufsuchen von öffentlichen Veranstaltungen“ wird auf der Homepage angekündigt.

Dadurch wollen sie den BürgerInnen aufzeigen, dass es „entgegen der scheindemokratischen Parteien von SPD bis CDU – welche tagtäglich das wohl des deutschen Volkes mit Füßen treten und gegen den Mehrheitswillen des deutschen Volkes handeln – es wählbare Alternativen“ gebe. Weiter heißt es: Einem jeden sollte klar werden, dass die einzige Alternative und Gegenposition zu diesen allgegenwärtigen Zuständen, heimatbezogene Standpunkte sind, wie sie die NPD vertritt“.

Abschließend rufen sie dazu auf, sich an ihren Veranstaltungen zu beteiligen und mit ihnen in Kontakt zu treten, wenn man die „Zeichen der Zeit erkannt“ hätte und „sich aktiv für die Interessen des deutschen Volks einsetzten“ will und meinen: „Es ist längst Zeit zu handeln!“.

Auch wenn diese Ankündigungen zunächst dramatisch klingen und einen starken Anstieg an rechten Veranstaltungen in der Region vermuten lasen, dürfte es sich dennoch lediglich um leere Versprechen handeln. Denn die Nazi-Szene in Schwandorf ist in einem sehr instabilen Zustand, die Kameradschaft „Widerstand Schwandorf“ besteht Angaben der Internetseite „Bayern gegen Rechtsextremismus“ zu Folge nur noch aus rund 6 Mitgliedern und auch dem NPD-Kreisverband dürften kaum mehr Anhänger zugerechnet werden.

Von ein paar kleinen, kaum beachteten Flugblattverteilungen und einem Aufmarsch von rund 30 Rechtsextremisten im April dieses Jahres abgesehen, gab es außerdem keine nennenswerten Aktionen. Und sofern einmal größere Veranstaltung durchgeführt werden, sehen sich die Neonazis zumeist mit einer überwältigenden Gegenöffentlichkeit konfrontiert. Mehrere Versuche mit „Informationsständen“ gegen den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan und Zeitarbeit in der Öffentlichkeit zu punkten scheiterten indes ebenso kläglich. In Anbetracht dessen wird aus Kreisen der Antifa auch von einer weitestgehend aufgelösten Nazi-Szene in Schwandorf gesprochen. Und das dürfte sich in Zukunft kaum ändern, selbst wenn gegenwärtig große Ankündigungen zu vernehmen sind.

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