Vortrag zum Thema "Rechtsextremismus" an der Konrad-Max-Kunz Realschule

DSC_0001Informationsbroschüren, die sich die Schüler mit nach Hause nehmen konnten

Anlässlich des Geschichtsunterrichts, der sich nun schon länger mit dem „Dritten Reich“ und den Ideologien des Nationalsozialismus befasst, hatten zwei neunte Klassen der Konrad-Max-Kunz Realschule (KMK) am Freitag, den 08. Juli, 2011, die Gelegenheit einen Vortrag zum Thema „Rechtsextremismus“ zu besuchen und eine Ausstellung dazu zu begutachten. Als Referentin war die SPD-Politikerin Carolin Braun geladen, die mit ihrem Fachwissen zu überzeugen vermochte und den Schülern viele neue und interessante Informationen rund um den Rechtsextremismus in Deutschland und speziell auch in Bayern bieten konnte.

Von Johannes Hartl

Dass Neonazis auch in der Gegenwart noch ein großes Problem darstellen, war den meisten SchülerInnen bereits im Vorfeld bewusst. Wie die Rechtsradikalen in der heutigen Zeit allerdings auftreten, wie sie sich kleiden, welche Ziele sie verfolgen und insbesondere, was man gegen sie unternehmen kann, darüber waren sich die wenigsten im Klaren. Das sollte sich ändern: die SPD nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) versuchte mittels einer Ausstellung über die Gefahren der rechtsradikalen Szene aufzuklären. Dabei war den Plakaten zu entnehmen, wie sich Neonazis heute kleiden, wie sie das Internet für Propagandaaktionen nutzen, wie sie durch „Schulhof CDs“ neue Anhänger finden wollen und welche rechtsextremen Organisationen es gibt. Weiterhin bot sich für die Schüler der Klassen 9a und 9b die Möglichkeit einem Vortrag zu eben diesem Thema beizuwohnen.

Als Referentin hatte Detlef Staude von der FES die SPD-Lokalpolitikerin Carolin Braun geladen, die mit dem Thema „Neonazismus“ gut vertraut war. In ihrem knapp zweistündigen Vortrag klärte Frau Braun unterstützt von einer Power-Point-Präsentation, darüber auf, was man überhaupt unter dem Begriff „Rechtsextremismus“ versteht und beleuchtete viele verschiedene Unterpunkte, die dazugehören, wie zum Beispiel den Antisemitismus oder den Chauvinismus. Weiterhin ging sie auf typische Symbole ein, die in der rechten Szene häufig zu finden sind, schilderte, welche dieser Zeichen verboten sind und legte den rechtlichen Hintergrund dar.

Nachdem all diese mehr oder minder sehr faktischen Punkte abgehandelt waren, begann sie, den Schülern zu erklären, wie rechtsextreme heute, vor allem durch neuen Medien, versuchen Jugendliche zu rekrutieren. Ein besonderes Augenmerk legte sie dabei auf die sogenannten „Schulhof CDs“, die von der NPD mit herausgegeben werden und an Schüler verteilt werden sollen, sowie auf die Propagandamöglichkeiten, die das Internet den Rechten bietet und wie Neonazis soziale Netzwerke nutzen. Zudem zeigte sie auf, was unter „freien Kameradschaften“ zu verstehen ist und weshalb diese oftmals gefährlicher sind als die Angehörigen der rechtsextremen NPD.

Am Ende ihres Vortrages erklärte sie noch, was jeder einzelne und die Gemeinschaft gegen den Rechtsextremismus in all seinen Erscheinungsformen tun kann und beantwortete den Schülern noch alle möglichen Fragen. Dabei wusste sie stets auf alles eine Antwort und nahm sich sehr viel Zeit für die Beantwortungen. Und es gab einiges zu beantworten, denn die Schüler, die den gesamten Vortrag sehr interessiert verfolgt hatten, waren neugierig und wollten noch vieles wissen; was Carolin Braun wiederum gut zu finden schien.

Zum Schluss hatten die Schüler noch die Möglichkeit sich Informationsmaterialen mit nach Hause zu nehmen, was ebenfalls in großem Umfang genutzt wurde.

Fazit

Als Carolin Braun ihren Vortrag beendet hatte und auch die letzten Fragen geklärt waren, erntete sie sehr viel Beifall – und das ganz zu Recht. Denn die Politikerin, war in der Tat überraschend gut informiert, schien sich mit der Szene auszukennen und untermalte ihr Referat mehrmals mit ironischen Bemerkungen, die des öfteren für schmunzelnde Gesichter gesorgt hatten. Genau so eine Rednerin kann man sich nur wünschen, wenn man möchte, dass den Schülern ein so kompliziertes Thema fachlich kompetent und zugleich spannend nähergebracht wird.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die Schulen in und um Schwandorf hatten es ja lange versäumt, über die Gefahren des Rechtsradikalismus aufzuklären, doch das scheint sich nun geändert zu haben. Das Lehrpersonal hat wohl erkannt, dass der Neonazismus in der Gesellschaft ein immer größer werdendes Problem ist, dem nur durch eine kompetente Aufklärung entgegengewirkt werden kann. Dass die KMK hierbei eine Vorreiterfunktion übernimmt ist erfreulich, wenn auch zu hoffen bleibt, dass sich andere Schulen in Zukunft genauso verhalten werden. Sollte dies der Fall sein, so ist das auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, den Schwandorf gegen Neonazis sehr begrüßt.

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5 Gedanken zu “Vortrag zum Thema "Rechtsextremismus" an der Konrad-Max-Kunz Realschule

  1. FCN Fan schreibt:

    Servus,
    ich finde es auch richtig, dass an den Schulen immer mehr Aufklärung stattfindet. War vor allem gut, dass man zur Abwechslung mal was über Rechtsradikalismus zur heutigen Zeit hörte und nicht von damals. Der Vortrag war gut. Man hat viel neues gelernt. Sehr interessanter Bericht!

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    • JohannesHartl schreibt:

      Zunächst einmal gleich vorweg: auf eine falsche Anrede wäre nach Möglichkeit bitte zu verzichen, da das a.) den Rechten die Möglichkeit der Diskriminierung bietet und b.) der Name einfach affig und nicht selbstgewählt ist. Deshalb habe ich den Namen in der Anrede auch entfernt. Ansonsten ist aber alles gleich geblieben. Dafür möchte ich Sie um Verständnis bitten! (Mehr dazu auch in unserem Impressum!)

      Nun aber zu Ihrem Kommentar: Ja, Aufklärung ist und bleibt ein elementarer Bestandteil um dem Rechtsradikalismus in all seinen Erscheinungsformen entgegenzutreten, da haben Sie völlig recht. Und insbesondere für Leute, die mit dem Thema weniger gut vertraut sind – wozu nun einmal der Großteil der Bevölkerung zählt – bietet so ein Vortrag deswegen auch viele bisher unbekannte Fakten. Deshalb bin ich auch für eine gezielte Aufklärung an Schulen.

      Und vielen Dank für das Lob! Darüber freuen wir uns natürlich sehr!

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  2. Ralf schreibt:

    Für mich haben solche Vorträge immer einen bitteren Beigeschmack. Klar, man muss wissen wie sie aussehen und was sie machen,und wie sie es machen. Allerdings Leute die an der Szene interessiert sind erhalten so auch informationen darüber wo sie ihr Material herbekommen und wo sie mehr über die Szene lesen können. Ich weiß dass man einfach rechtlich dazu verpflichtet ist die Quellen anzugeben, wo man nun die Bilder herhat oder die Artikel. Trotzdem ergibt sich mir da ein bitterer Beigeschmack. Sie sagte ja auch selbst dass manche Rechten „Vorträge gegen Rechts“ leiten, quasi nur um die Quellen zu verbreiten.

    Trotzdem fand ich den Vortrag gelungen und sehr interessant. Ich weiß jetzt jedenfalls wann mir ein Nazi entegegen läuft und kann ihn leichter durchschauen 😉 Das ist halt die gute Seite vom Vortrag, man wird nicht mehr geblendet. Man weiß jetzt mit wem man es zu tun hat wenn sie einen unterschwellig rekrutieren wollen.

    Und natürlich wieder super Artikel 😀 gut geschrieben!

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    • JohannesHartl schreibt:

      Zunächst einmal: Danke für das Lob!

      Ja, da hast du schon recht, dass dadurch natürlich die Leute, die ohnehin schon Rechts gerichtet sind, weitere Informationen bekommen, wo sie die entsprechenden Materialien herbekommen, klar. Aber eigentlich richten sich solche Vorträge ja nicht an die Leute, die ohnehin schon recht sind.

      In dem „Buch gegen Nazis“ schreiben die Autoren sogar, dass es ihrer Meinung nach nichts mehr bringt, mit Nazis zu diskutieren, denen diese Ideologien ganz fest eingetrichtert wurden. Solche Vorträge richten sich immer an diejenigen, die sich vielleicht noch unsicher sind, und da glaube ich schon, dass das was bewirken kannen. Oder bist du da anderer Meinung?

      Und wie du auch schon geschrieben hast, wissen jetzt ja viele, wie man Neonazis entgegentreten kann und wie man sie erkennt, und das ist doch weit mehr als positiv.

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